Wurmkunde


Spulwürmer (15-40cm)

Vorkommen:

Bei Jungpferden bis zu 5 Jahren; bei erwachsenen Pferden nur in Ausnahmefällen.

Bedeutung:

Bei Fohlen im 1. Jahr besonders hohe Pathogenität, können Atemwegserkrankungen, Kümmern und tödliche Koliken verursachen.
Ab ca. 2 Jahren erfolgt Immunitätsbildung. Pathogene Auswirkung reduziert.

Nachweis:

Mc Master und Sedimentation/Flotation

Bekämpfung:

Entwurmung des betroffenen Pferdes sobald die Kotprobe positiv ist. Schlechte Wirksamkeit von makrozyklischen Laktonen (Ivermectin und Moxidectin)!
ACHTUNG: Spulwurminfektionen sind auch ohne Weidegang möglich.

Spulwurm Parascaris


Große Strongyliden (1,5-2,5cm)

Vorkommen:

Kommen nur noch sehr selten vor, am ehesten bei importierten Pferden – Quarantäne!

Bedeutung:

Hoch pathogen, da durch Wanderung in Blutgefäßen Thrombosen verursacht werden. Bestände mit großen Strongyliden müssen von der ZSE ausgeschlossen und einige Zeit kontinuierlich (4x jährlich) behandelt werden.

Nachweis:

Strongyliden werden mittels Mc Master und/oder Sedimentation/Flotation nachgewiesen. Eine Unterscheidung zwischen großen und kleinen Strongyliden kann jedoch nur mittels Larvenanzucht erfolgen.

Bekämpfung:

Bei Nachweis einer einzigen Larve erfolgt eine Entwurmung des gesamten Bestandes. Weidehygiene!


Kleine Strongyliden (0,4-2,6cm)

Vorkommen:

In fast allen Pferdebeständen, Weideinfektion. Resistenz vieler Stämme gegen Benzimidazol-Entwurmungspräparate.

Bedeutung:

Nur bei sehr hohem Befall pathogen. Bei hohem Infektionsdruck Risiko einer akuten larvalen Cyathostominose (tödlich verlaufende Darmentzündung mit therapieresistentem Durchfall). Risiko vor allem in den ersten 6 Lebensjahren erhöht.

Nachweis:

Erfolgt durch Sedimentation/Flotation, aber nur durch Mc Master erfolgt eine quantitative Bestimmung (=Eizählung – Entscheidung ob Hoch- oder Niedrigausscheider / Entwurmung ja oder nein).

Bekämpfung:

Anhand von regelmäßigen Kontrollen erfolgt die Entscheidung, ob eine Entwurmung notwendig ist ( ab 200 EPG) und Weidehygiene!

Strongyliden


Bandwürmer

Anoplocephala perfoliata 1,4 x 8 cm, platt, Gliederung sichtbar
Anoplocephala magna (sehr selten) 2,5 x 52 cm platt, Gliederung sichtbar
Pacaplocephala mamillana (sehr selten) 0,5 x 5 cm platt, Gliederung sichtbar

Vorkommen:

Eine typische Weideinfektion. Die Pferde infizieren sich durch Aufnahme von Moosmilben, die eine infektionsfähige Larve des Bandwurms enthalten. Auf manchen Weiden existiert auf Grund klimatischer Bedingungen keine Moosmilbe, daher existieren Bestände, welche dauerhaft frei von Bandwürmern sind.
Weiters sind Pferde, welche kein Grünfutter bekommen Bandwurmfrei!

Bedeutung:

Ein höherer Befall kann das Kolikrisiko drastisch erhöhen.

Nachweis:

Mittels kombinierter Sedimentation/Flotation oder wiederholte Mc. Master. Je nach Anzahl der beprobten Pferde, muss dazu eventuelle 1x jährlich eine 3-Tages-Probe eingesandt werden.

Zuverlässige Beprobung von Einzelpferden mittels Equisal-Speicheltest möglich.

Bekämpfung:

Entwurmung mit Praziquantel – vorzugsweise beim ersten Frost.
Immer Behandlung des Gesamtbestandes!

Bild eines Bandwurms


Oxyuren (m: 0,8-1,5 cm / w: 2,5-12 cm)

Vorkommen:

Sind ein rein individuelles Problem, es handelt sich um Einzelinfektionen innerhalb einer Herde.

Bedeutung:

Oxyuren vollziehen keine Körperwanderung, daher sind sie lästig aber richten keinen Schaden an. Sie verursachen Schweifscheuern und eventuell milde Bauchschmerzen.

Nachweis:

Sichtung am After oder im Kot, Tesafilmabklatsch am After, Kotprobe (selten, da die Eier vor allem außerhalb des Afters abgelegt werden).

Bekämpfung:

Zur Bekämpfung von Oxyuren ist ein besonderes Vorgehen notwendig. Bitte nehmen Sie im Falle eines Befalls mit uns Kontakt auf. Mehr Infos zu Oxyuren finden Sie hier.

Foto Oxyuris equi


Magendasseln

Vorkommen:

Kommen nur regional begrenzt vor. Bei Sichtung bitten wir Sie uns dies mitzuteilen, da versucht wird eine Karte zu erstellen.

Bedeutung:

Die Larven verursachen geringgradige Entzündungen in der Maulschleimhaut. Die Magendasseln im Magen sind nur gering pathogen. Sollten aber behandelt werden, um die Verbreitung einzudämmen.

Nachweis:

Auffinden der typischen Eier im Haarkleid. Sichtung von Dasselfliegen. Sichtung der Larven im Kot.

Bekämpfung:

Entwurmung nach dem ersten Frost; Entfernung der Eier aus dem Haarkleid!


Leberegel

Vorkommen:

Selten, nur bei Wechselbeweidung mit Wiederkäuern und in der Nähe fließender Gewässer. Das Pferd ist ein Fehlwirt, daher ist hier der Nachweis schwierig.

Nachweis:

Der Nachweis erfolgt über das Sedimentationsverfahren. Bei Wechselbeweidung ist eine Diagnostik bei den Wiederkäuern mittels Elisa-Verfahren durch Tierarzt*ärztin anzuraten. Schlachtbefunde der gemeinsam gehaltenen Wiederkäuer können ebenfalls Hinweis geben.

Bekämpfung:

Bei Nachweis Entwurmung des gesamten Bestandes.


Lungenwurm

Vorkommen:

Selten, nur bei gemeinsamer Haltung mit Eseln. Das Pferd ist ein Fehlwirt, daher ist hier der Nachweis über Kotprobe schwierig. Nachweisbar mittels Broncheallavage.
Eseln sollten jährlich untersucht werden.

Nachweis:

Larven-Auswanderungsverfahren.

Bekämpfung:

Bei Nachweis Entwurmung des gesamten Bestandes.


Gefundene Würmer können zur Bestimmung gerne an unser Labor gesandt werden.