Zeitgemäße Entwurmung ist mehr als selektiv
Selektive Entwurmung ist heute vielen Pferdebesitzern ein Begriff. Kotprobe einschicken, Eizahl bestimmen, nur bei Bedarf entwurmen – klingt einfach, logisch und verantwortungsvoll. Und doch zeigt die Praxis etwas anderes: Viele Pferde werden zwar „selektiv“ entwurmt, aber trotzdem nicht sinnvoll gemanagt.
Der Grund liegt selten im fehlenden guten Willen, sondern fast immer im fehlenden Gesamtbild. Eine einzelne Kotprobe ist kein Wurmmanagement. Ohne Monitoring, Wirksamkeitskontrollen und fachliche Einordnung bleiben wichtige Parasiten unentdeckt, Resistenzen unerkannt und Infektionsketten bestehen. Das betrifft nicht nur kleine Strongyliden, sondern ebenso Spulwürmer bei Jungpferden, Bandwürmer, Oxyuren, Magendasseln und in seltenen Fällen auch große Strongyliden.
In diesem Presseartikel erklärt Tierärztin Mag. Karin Schmid, warum selektive Entwurmung allein zu kurz greift – und weshalb zeitgemäße Entwurmung immer mehr ist als ein EPG-Wert. Es geht um die richtige Interpretation von Kotproben, um Bestandsbetrachtung statt Einzelbefund und um die Frage, wann eine Entwurmung trotz negativem Ergebnis sinnvoll oder sogar notwendig ist. Ebenso thematisiert werden Wirksamkeitskontrollen, die reale Bedeutung von Resistenzen und die Verantwortung im Umgang mit Antiparasitika – für das Pferd, den Bestand und die Umwelt.
Zeitgemäße Entwurmung bedeutet nicht „möglichst wenig entwurmen“, sondern gezielt, überlegt und kontrolliert vorzugehen. Ziel ist kein wurmfreies Pferd, sondern ein stabiler Gesundheitszustand bei möglichst niedrigem Infektionsdruck.
Dieser Artikel richtet sich an Pferdebesitzer, die verstehen wollen, warum moderne Entwurmung mehr Wissen erfordert als früher – und warum gute Beratung dabei kein Luxus, sondern Voraussetzung ist.
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Anmerkung: bei Bild 1 ist in der Beschriftung leider ein Fehler passiert. Der „Erdnematode“ ist eigentlich ein Pflanzenhaar und ist ebenso unwesentlich für den Befund wir Erdnematoden.