Kotproben ohne ZSE – “sporadische Kotprobe”


Natürlich kann man auch Kotproben untersuchen lassen, wenn man nicht an der ZSE teilnehmen will/kann/darf. Dabei sind jedoch einige Dinge zu wissen…

Pferde nehmen beim Grasen Strongylidenlarven auf. Diese entwickeln sich im Pferd zu erwachsenen Würmern. Die Wurmeier werden über den Kot ausgeschieden. Die Wurmeier entwickeln sich zu infektiösen Larven, welche wieder aufgenommen werden.

Aus diesem Grund schwankt der Infektionsdruck im Laufe einer Weidesaison und eine einzelne Kotprobe ist lediglich eine Momentaufnahme. Ausschließlich bei frequenter Beprobung kann eine Aussage darüber gemacht werden, ob das Immunsystem des Pferdes die Würmer ausreichend im Rahmen hält oder ob behandelt werden muss. Jedes Pferd ist individuell.

Die zeitgemäße selektive Entwurmung macht sich diese Individualität zu Nutze, in dem nur Pferde mit einem behandlungswürdigen Befall behandelt werden. Dazu wird eine Eizählung durchgeführt und erst ab einem Schwellenwert (Strongyliden) behandelt.

Da es sich bei einer Kotprobe um eine Momentaufnahme handelt, können wir nur bei Einhaltung von bestimmten Beprobungs-Intervallen eine Nicht-Behandlung empfehlen. Eine einzelne Kotprobe ist hierfür nicht ausreichend.

Nachweisverfahren:

1. Kombinierte Sedimentation/Flotation

Das sensitivste Nachweisverfahren ist die kombinierte Sedimentation/Flotation. Hierfür wird 40g Kot verarbeitet, wodurch bereits sehr kleine Mengen an Wurmeiern gefunden werden.
Für den Nachweis von Strongyliden und Spulwürmern ist eine 1-Tages-Probe ausreichend. Für die gezielte Suche nach Bandwurm wird eine 3-Tages-Probe empfohlen. Bitte lesen Sie hierzu auch unsere Bandurminfo.

2. Modifiziertes Mc Master-Verfahren:

Damit bestimmen wir bei der ZSE die Eizahl und somit ob eine Behandlung notwendig ist. Bei Strongylideneiern wird erst ab einem Schwellenwert entwurmt. Bei Spulwurmeiern und Bandwurm bereits bei einem einzigen Ei.

Aus oben genannten Gründen ist eine Mc Master für sporadische Kotproben nicht notwendig und wird nur in begründeten Fällen zusätzlich zur kombinierten Sedimentation/Flotation durchgeführt

Begründete Fälle für Mc Master:

a) Spulwürmer

Sollte sich ein hoher Spulwurmbefall zeigen, ist die Eizahl hilfreich um die Gefahr eines Wurmileus (Verstopfung durch Abgang der Würmer) bei der Entwurmung abzuschätzen.

b) Wirksamkeitsprobe

Wenn Sie wissen wollen, ob der gewählte Wirkstoff ausreichend wirksam war, ist eine sogenannte Wirksamkeitsprobe möglich. Dazu wird eine Kotprobe vor der Entwurmung und eine Kotprobe 14 Tage nach erfolgter Behandlung benötigt.

Sollte vor der Wirksamkeitsprobe keine Eizählung stattgefunden haben, ist auch hier eine kombinierte Sedimentation/Flotation durchzuführen.

Wozu sporadische Kotproben:

  • Wenn es einen akuten Verdacht einer Verwurmung gibt
  • Beim Kauf eines Pferdes
  • Wahl des passenden Wirkstoffes
  • Überprüfung der Wirksamkeit der Entwurmung

Sporadische Kotproben sind NICHT geeignet, um sich Entwurmungen zu sparen!

Wenn keine ordnungsgemäße, zeitgemäße, selektive Entwurmung mit vorgeschriebener Beprobungsfrequenz (4x im 1. Jahr) erfolgt, sind die Pferde strategisch (4x jährlich) zu entwurmen.

Sollten Sie aus diversen Gründen nicht an der ZSE teilnehmen können (z.B. Entwurmung vom Stall vorgeschrieben), ist es möglich nach Absprache eine individuelle Lösung zu finden.

Hier können Sie den Artikel als pdf downloaden: Infoblatt – sporadische Kotproben (pdf)

September 10, 2019

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