Spulwurmeier – Rekord

Wir haben ja schon viel gesehen, aber hier waren wir geschockt.

Bei der Probe eines Minishetty-Jährlings fanden wir 3240 EPG Spulwurmeier… ein absoluter Rekord. Interessanterweise wurde dieses Pony 2 Monate zuvor mit Moxidectin entwurmt.

Wie kommt es dazu?

  • Moxidectin ist bei Spulwurmbefall und somit in diesem Alter nicht das Mittel der Wahl
  • Viele Eiausscheider im Stall
  • Zu wenige Behandlungen
  • Viele Jungpferde im Stall
  • Mangelnde Hygiene (Spulwurminfektionen erfolgen auch im Stall und somit auch im Winter)

Gefahren bei hohem Spulwurmbefall:

Im Laufe ihrer Entwicklung bohren sich die Spulwurmlarven durch Leber und Lunge, daher können sie ganz wesentliche Organschäden hinterlassen. Hinzu kommt, dass Spulwürmer relativ groß sind (15-28 cm), somit können sie auch tödliche Verstopfungskoliken verursachen.

Wenn eine starke Verwurmung mit Spulwürmern besteht, kann auch die Entwurmung einen tödlichen Darmverschluss verursachen. Daher ist es sehr hilfreich, die EPG zu bestimmen, um das Risiko abzuschätzen. Wir stimmen in Folge dessen unsere Empfehlung zur Wirkstoffwahl auf die Eizahl ab und beraten gegebenenfalls auch zu  begleitenden Maßnahmen, um das Risiko möglichst gering zu halten.

Dieses Minishetty hat die Entwurmung glückerlichweise schadlos überstanden und wird hoffentlich in nächster Zeit kontinuierlich beprobt und nach Bedarf behandelt.

Gerade bei Fohlen und Jährlingen ist daher eine kontrollierte Behandlung mit vorausgegangener Beprobung und mit nachfolgender Wirksamkeitsprobe dringend anzuraten. Da Jungtiere meist mehr Beprobungen als erwachsene Pferde benötigen, bieten wir eine Fohlenflatrate wahlweise für 6 oder 12 Monate an.

Noch eine Anmerkung zu Moxidectin:

  1. Sollte dieser Wirkstoff nur in begründeten Fällen eingesetzt werden, um eine Resistenzbildung möglichst zu verhindern.
  2. Moxidectin und auch Ivermectin können in sehr seltenen Fällen bei Fohlen zu Vergiftungserscheinungen führen, wenn die Blut-Hirn-Schranke unterentwickelt ist.
  3. Moxidectin hat eine kleine Dosisbreite, d.h. es kann bereits bei geringer Überdosierung zu Vergiftungserscheinungen kommen. Daraus folgert, dass eine sichere Dosierung vor allem bei kleinen bzw. leichten Pferden schwierig wird.

Wir beraten Sie dazu gerne.

Nachtrag

Unser Artikel über diesen massenhaften Spulwurmei-Fund, hat sogar die Aufmerksamkeit der Pferde-Revue auf sich gezogen.
Hier geht´s zum Artikel

Mai 24, 2019

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.